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Gute Gründe, warum eine Ausbildung sich auszahlt

Gehalt, Kollegen und Karriere – gute Gründe, warum eine Ausbildung sich auszahlt

 

Wenn das Schulende naht, stellt sich für junge Menschen die Frage, welchen Berufsweg sie einschlagen. Abiturienten und Fachoberschüler neigen schnell dazu, eine Ausbildung erst gar nicht in Betracht zu ziehen. Warum eine Ausbildung machen und nicht studieren, wenn man die Möglichkeit dazu hat? Dabei gibt es gute Gründe, die für eine Ausbildung statt einem Studium sprechen. Es kommt eben ganz auf das Kind und seine Stärken, Fähigkeiten und Ziele an.

 

1.  Mit einer Ausbildung kann man Karriere machen

Stimmt schon: Akademiker verdienen im Durchschnitt mehr und haben im Durchschnitt ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden. Warum also eine Ausbildung? Das gilt nur für den Durchschnitt. Im Einzelfall hängen die Berufschancen stark von Branche und Stelle ab. Zum Beispiel ist der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) sogar größer als der Bedarf an Akademikern – und das Risiko, arbeitslos zu werden, geringer. Auch in der weiteren Karriere stehen erfolgreichen Azubis alle Wege offen: Immerhin hat es jede dritte Führungskraft auch ohne Studium nach oben geschafft.

 

2.  Die Arbeit mit Kollegen spornt an

Ein Studium kann ganz schön anonym sein. Viele Erstsemester fühlen sich bei Studienbeginn allein gelassen und sind von der Organisation überfordert. In einer Ausbildung kümmert sich ein Ausbilder um die Azubis, und die erfahreneren Kollegen bringen ihnen viel bei. Die Aufgaben und Tätigkeiten sind klar umrissen. Schnell sind Azubis in konkrete Projekte eingebunden. An der Berufsschule können sie sich mit anderen austauschen – gemeinsam lernt es sich ja bekanntlich leichter.

 

3.  Das eigene Geld macht selbstbewusst

Studierende werden von den Eltern bezuschusst, erhalten BAföG oder müssen nebenher jobben. Azubis erhalten eine Ausbildungsvergütung. Anfangs reicht es vielleicht nur für ein WG-Zimmer, aber spätestens, wenn die Ausbildung beendet ist, macht sich der Unterschied deutlich bemerkbar. So oder so: Wer eigenes Geld verdient, ist unabhängiger und kann selbst über sein Leben entscheiden. Das ist gut fürs Selbstbewusstsein.

 

4.  Azubis können sich gleich im Job bewähren

Während sich Studierende nach dem Abschluss in Unternehmen beweisen müssen, gelingt Azubis der Wechsel in den Beruf viel früher. Ihre Fähigkeiten kommen sofort dort zum Einsatz, wo sie gebraucht werden. Der Wechsel von der Schule in den Berufsalltag tut auch der persönlichen Entwicklung gut: Azubis lernen, Verantwortung zu übernehmen, und wachsen an ihren Aufgaben.

 

5.  Für jeden gibt es die richtige Ausbildung

Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung. Um den Stärken und Fähigkeiten jedes Einzelnen gerecht zu werden, gibt es unterschiedliche Arten, die Ausbildung zu organisieren. Wer die richtigen Noten einsammelt, kann früher zur Prüfung zugelassen werden. Für Abiturienten gibt es maßgeschneiderte Modelle. Mit einem Dualen Studium können junge Menschen gleichzeitig eine Hochschule besuchen und praktische Erfahrungen in Unternehmen sammeln – und erhalten zwei Abschlüsse. Junge Eltern können mit einer Teilzeitausbildung Beruf und Kind unter einen Hut bringen. Und Abenteuerlustige führt die Ausbildung vielleicht sogar ins Ausland.

 

6.  Studieren kann man auch noch später

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Wer sich nach der Schule für eine Ausbildung statt einem Studium entscheidet, kann es ja auch noch später nachholen. Mit einer Ausbildung und drei Jahren Berufserfahrung kann man fachgebunden studieren und mit dem Meister oder einer gleichwertigen Fortbildung sogar jedes Fach studieren. Aber auch viele Abiturienten und Fachoberschüler tun sich nach einer abgeschlossenen Ausbildung im Studium leichter. Sie haben gelernt, zielstrebig und strukturiert zu arbeiten, und wissen, worauf es bei der Arbeit ankommt.

 

7.  Eine Ausbildung verbindet Theorie und Praxis

In Vorlesungen sitzen, stundenlang in der Bibliothek büffeln und Bücher wälzen – das liegt nicht jedem. Theoretisches Wissen muss man sich zwar auch in der Ausbildung aneignen, aber der Bezug zur Praxis ist immer gegeben. Dadurch gelingt es Auszubildenden leichter, sich vor Prüfungen zu motivieren.Und es passiert selten, dass sie sich Lernstoff aneignen, den sie niemals anwenden können.

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