Expertenvideo zum Thema „Richtigen Beruf finden“ mit Experte Alexander Dietz von der HWK

Glück im Job: So findet Ihr Kind seinen Traumberuf

Früher wurde gearbeitet, um Geld zu verdienen. Heute denkt besonders die jüngere Generation, dass der Beruf erfüllend sein soll. Aber wie finden Schulabgänger den Beruf, der ihre Berufung ist?

Die Erwartungen von jungen Menschen an ihre Arbeit sind eindeutig: Spaß soll sie machen, da sind sich laut einer Studie des SINUS-Instituts 85 Prozent1 der Jugendlichen einig. Dass sie ihren Neigungen und Talenten entspricht, ist 65 Prozent der Befragten wichtig. Falls Ihr Kind noch nicht weiß, in welchem Beruf das möglich ist, können diese Schritte bei der Entscheidung helfen:

 

Stärken erkennen: Das kann ich richtig gut. 

Eine simple Übung hilft dabei, sich erst einmal über die eigenen Stärken klarzuwerden: Geben Sie Ihrem Kind eine Uhr, einen Stift und ein Blatt Papier. In fünf Minuten schreibt es mindestens 15 seiner Fähigkeiten auf. Ist es pünktlich? Empathisch? Beim Sport ein Anführer? Danach bittet Ihr Kind zwei sehr gute Freunde, je fünf seiner herausragenden Stärken zu notieren. Gibt es Überschneidungen? Das ist doch ein gutes Zeichen.

 

Interessen benennen: Daran habe ich Spaß.

Es ist gar nicht so einfach, seine Interessen klar zu benennen. Hier helfen Tests wie die Inselübung: Ihr Kind soll sich einfach mal vorstellen, es wäre gemeinsam mit zwei Freunden auf einer einsamen Insel gestrandet. Welche Aufgaben würde es übernehmen, um das Inselleben zu organisieren? Eine Hütte bauen? Kochen? Die anderen mit spannenden Geschichten unterhalten? Die Antworten sagen einiges über die Talente Ihres Kindes aus. Aufschlussreich ist möglicherweise auch der Millionärstest: Wie würde es gerne seine Zeit verbringen, wenn Geld keine Rolle spielt?

 

Berufsmesse besuchen: Das können mir Unternehmen in der Region bieten 

Auf Ausbildungsmessen stellen Firmen sich und ihr Aufgabenspektrum vor. Hat Ihr Kind vielleicht schon einen Wunsch-Arbeitgeber im Kopf? Dann kann es versuchen, bei diesem vorab per Mail einen Gesprächstermin auf der Messe zu vereinbaren.

 

Interviews im Bekanntenkreis führen: Ich habe da mal ein paar Fragen.

Oft vermitteln Filme, Zeitschriften oder Bücher ein Idealbild eines Berufes, das mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat. Wenn Sie also jemanden kennen, der den Wunschberuf Ihres Kindes ausübt, nutzen Sie diese Chance. Bestimmt ist die Person bereit, sich den Fragen des Teenagers zu stellen: Was muss man gut können, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein? Was macht den Job auch nach vielen Jahren noch spannend? Welche Nachteile gibt es? Wer gut vorbereitet ins Abenteuer Beruf startet, wird nicht so leicht enttäuscht.

 

Einen Eignungstest machen: Diese Berufe passen zu mir.

Zeichnen, gestalten, fotografieren? Rechnen und kalkulieren? Der einfache Test der Arbeitsagentur stellt konkrete Auswahlfragen zu den Interessen. Auch Stärken und Schulnoten werden abgefragt. Am Ende steht eine maßgeschneiderte Liste mit Berufen, die zum Schulabgänger passen. Wer auf die Tätigkeiten klickt, bekommt hilfreiche Informationen zu Ausbildungsart und -dauer, Lernorten oder Verdienst. Zielgruppengerechte Eignungstests bieten auch die bayerischen Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern in Bayern.

 

In die Firmen der Eltern reinschnuppern: Morgen fange ich bei Mama oder Papa an.

Zeigen Sie Ihrem Kind doch einmal, wie es in Ihrer Firma läuft. Zum Beispiel bei den Schnuppertagen, die viele Firmen anbieten. Falls es die bei Ihrem Arbeitgeber offiziell nicht gibt, fragen Sie Ihren Chef, ob sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn trotzdem einmal ein Bild von der Arbeitswelt machen darf. Auch Ihre Kollegen teilen sicher gerne ihre Erfahrungen, sodass Ihr Kind verschiedene Abteilungen kennenlernen kann.

 

Einfach mal ausprobieren: Ist der Beruf so, wie ich ihn mir vorstelle?

Die beste Möglichkeit festzustellen, ob Vorstellung und Realität beim angestrebten Beruf übereinstimmen, ist und bleibt das Praktikum. Animieren Sie Ihr Kind dazu, für kurze Zeit in dem gewünschten Feld zu arbeiten und so die Inhalte und Anforderungen kennenzulernen. Währenddessen wird sich sicherlich zeigen, ob der geplante Weg der richtige ist. Sollte dem nicht so sein, ist auch das eine wichtige Erkenntnis. Und wer weiß, vielleicht erhält Ihr Kind durch das Praktikum ungeahnte Impulse für seinen weiteren Werdegang.

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