Partybilder als Karriere-Killer

Was machen wir mit unerwünschten Bildern im Netz?

 

Schnappschüsse von der durchfeierten Nacht, Bikinifotos von der Abschlussfahrt, Küsse mit dem Liebsten: Jugendliche stellen heute einiges online. Doch was Freunde mit einem „Like“ versehen, kann zum Problem für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz werden.

 

Eine schicke Mappe mit seriösem Bild reicht beim Bewerbungsprozess heute nicht mehr aus: Der Digitalverband Bitkom hat in einer Befragung herausgefunden, dass jeder zweite Personalverantwortliche potentielle Mitarbeiter in sozialen Netzwerken überprüft. Party- und Knutschfotos, Bilder von Extremsportarten sowie Posts zu umstrittenen religiösen oder politischen Einstellungen können da einen falschen Eindruck erwecken. Ungünstige Bilder Ihres Kindes sind bereits in soziale Medien gelangt? Das können Sie gemeinsam dagegen tun:

 

1.      Sicherheitseinstellungen checken 

Durchforsten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die sozialen Plattformen nach den Sicherheitseinstellungen. Wie kann ich mein Profil auf „privat“ stellen? Wo kann ich sehen, wer mir folgt? Wie kann ich es verhindern, dass Freunde Partybilder und andere Fotos, die besser privat bleiben sollten, von mir markieren? Alle Netzwerke haben Bereiche wie „Hilfe“ und „häufige Fragen/FAQs“, über die man sein Anliegen suchen kann. Und: Über Suchmaschinen kommen Sie an Tutorials, die Ihnen erklären, wie man Sicherheitseinstellungen vornimmt. Dazu Schlagworte eingeben wie: „Facebook privat einstellen“.

 

2.      Googeln wie ein Personaler 

„Ego-Googeln“ zeigt Ihnen und Ihrem Kind, welche Fotos und Informationen bereits im Internet kursieren. Dazu geben Sie den vollständigen Namen in die Suchmaschine ein (am besten in Anführungsstrichen und ggf. mit Wohnort). Versetzen Sie sich zusammen in die Lage eines Personalreferenten: Wie könnten die Dateien bei Fremden ankommen? Wichtig ist: Das Internet vergisst nichts und je nach Seitenbetreiber kann es mühsam werden, Inhalte wieder löschen zu lassen. Wenn Sie auf eine öffentliche Website gelangen, schreibt man dem Betreiber eine E-Mail (steht im Impressum). Bei Google kann man einen Antrag zum Entfernen von Suchergebnissen stellen.

 

Auch an WhatsApp denken

Nicht nur klassische Social Media-, auch Messaging-Dienste können im Bewerbungsprozess gefährlich werden. Verschickt man über die Nachrichtendienste WhatsApp oder iMessage Bilder, hat die jemand anderes auf dem Smartphone und kann sie sofort weiterleiten oder ins Netz stellen. Sollte eine Beziehung oder eine Freundschaft enden, kann es zu einem unguten Gefühl führen, zu wissen, dass der oder die Verflossene private Bilder zur Verfügung hat. Im schlimmsten Fall beginnt hier Cybermobbing. Auch diese Risiken sollten Sie mit Ihrem Kind besprechen und ihm bewusst machen.

 

Das Netz für sich nutzen

Jeder kann das Internet aktiv mitgestalten – und auch das, was über ihn im Netz zu finden ist. Hat ihr Kind ein Hobby wie Fußball oder die Tanzgruppe, über das es bloggen könnte? Kocht es gerne und möchte das später beruflich machen? Ermutigen Sie Ihren Nachwuchs zu einem Internet-Auftritt über seine Leidenschaft. Er beweist: Hier hat jemand Interessen und setzt sich mit Themen auseinander. Das findet auch der Arbeitgeber in spe spannend.

 

Ein seriöses Profil anlegen

Schulabsolventen kommen häufig nicht auf die Idee, ein berufliches Profil im Netz anzulegen, etwa bei Xing oder LinkedIn. Dabei haben auch junge Leute etwas vorzuweisen: Praktika, soziales Engagement, die Mitarbeit bei der Schülerzeitung oder der abwechslungsreiche Ferienjob. Welche Interessen und Fähigkeiten Ihr Kind hat, kann auch angegeben werden. Vielleicht Englischkenntnisse oder Auslandserfahrungen. Eine solche Web-Reputation kommt bei Personalverantwortlichen gut an.

 

6.      Verständnis zeigen und Regeln besprechen

Instagram, Musically und Facebook sind nun einmal die digitalen Lebenswelten der Jugendlichen. Die Teilnahme zu verbieten, macht Ihr Kind möglicherweise zum Außenseiter. Vereinbaren Sie Regeln, die Sie gemeinsam erarbeiten. Also, dass Beiträge wie Nacktbilder und Partyschnappschüsse tabu sind. Ihr Kind lernt so, dass seine Eltern keine „Spaßbremsen“ sind, sondern dass das Internet schlichtweg nicht zum Karriere-Killer werden soll. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat dazu ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt: www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/DigitaleGesellschaft/SozialeNetze/sozialeNetze_node.html

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