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Traumberuf YouTube-Star

YouTuber sind die Pop-Idole des Internets. Viele junge Fans wollen ihnen nacheifern. Was Eltern tun können, wenn ihr Kind diesen Berufswunsch hat? Gut zuhören. Dahinter stecken oft wertvolle Hinweise.  

 

Traumjob Influencer: Ihr Kind möchte auf YouTube mit Beauty- und Lifestyle-Tutorials, Comedy-Auftritten oder einem Computerspiel-Kanal berühmt werden? Für Jugendliche ist es eben verlockend, dass Internet-Stars auf scheinbar einfache Weise viele Fans und Follower gewinnen, verrückte Dinge ausprobieren und oft mit hippen Marken zusammenarbeiten. Bevor Sie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Hier Tipps und Infos für den Umgang mit dem Traumjob YouTube-Star.

 

Was können Eltern tun, wenn ihr Kind den Berufswunsch YouTube-Star hat?

 

Erwartungen klären

Was genau reizt an der Tätigkeit? Die Kreativität, das Berühmtsein, der Kontakt zur Community? Sprechen Sie mit Ihrem Kind in Ruhe über seinen Berufswunsch. So sammeln Sie Informationen und bekommen ein Gefühl dafür, wie ernst ihm die Sache ist. Zeigen Sie ihm auf, was es bedeuten kann, berühmt zu sein – kein Privatleben mehr, eine komplett durchorganisierte Agenda, Kooperationen und Verträge verhandeln, ständiges Unterwegssein etc.

 

Netzsurfen gehen

Schon mal von Bibi oder Gronkh gehört? Sehen Sie sich Filme von den Internet-Stars an und machen Sie sich schlau, welche Beauty-Tipps gegeben und welche Computerspiele bei so genannten Let’s Play-Videos gespielt werden. Informiert zu sein ist eine gute Gesprächsbasis. Recherchieren Sie vielleicht gemeinsam, wie der Alltag von YouTubern aussieht. Fest steht: Einen anerkannten Berufsweg gibt es nicht.

Welche Tipps können Eltern Ihren Kindern geben?

 

Probieren statt lamentieren

Der Praxistest geht bei YouTube einfach: Ihr Kind startet seinen eigenen Kanal und legt los. Unterstützen Sie es aktiv bei den ersten Beiträgen. So können Sie auch auf den Schutz der Privatsphäre achten. Der Benutzername sollte Alter, Wohnort oder Schule nicht verraten. Die Umgebung sollte gestaltet werden, damit kein Rückschluss auf Wohnadresse und -situation möglich ist. Besprechen Sie, dass nichts Peinliches hochgeladen wird, was eines Tages ein potentieller Arbeitgeber entdecken könnte.

 

Das Positive sehen

Es muss nicht immer die Schülerzeitung oder die eigene Band sein: Auch im Netz kann sich Ihr Kind darüber im Klaren werden, wo seine Stärken liegen. Der eigene YouTube-Kanal ist ein ebenso wichtiger Fingerzeig wie Hobbys und Schulnoten. Videos zu produzieren kann ein sehr kreativer Prozess sein. Ihr Kind lernt außerdem den Umgang mit Medien und neuen Technologien, die in vielen Berufen zunehmend wichtiger werden. Nach sechs Monaten können Sie Bilanz ziehen: Passen die Stärken zum Traumberuf?

 

Den Realitätscheck machen

Bei YouTube steht den wenigen Erfolgreichen die Mehrheit der Hobby-Filmer gegenüber, die nicht davon leben können. Internet-Stars arbeiten oft mindestens 60 Stunden die Woche und stehen unter dem Druck, sich ständig neu erfinden, die Community entertainen und mit viel Konkurrenz zurechtkommen zu müssen. Wenn bei Ihrem Kind selbst nach längerer Zeit nur Freunde und Familie zu den Followern gehören, können Sie nachfragen, ob und wie sich seine Erwartungen und Vorstellungen verändert haben.

 

Die Berufswünsche neu deuten

Digital Natives gehen selbstverständlich mit YouTube, Instagram und Facebook um. Das heißt nicht, dass die individuellen Talente für den YouTuber-Job geeignet sind. Vielleicht lassen sich die Wünsche gemeinsam weiterdrehen und führen zu einer Ausbildung, die gut zu Ihrem Kind passt. Mediengestalter zum Beispiel ist für alle YouTube-Aktivitäten eine tolle Basis. Hier lernt man, Konzepte medial umzusetzen. Wenn sich Ihr Nachwuchs für Software und Spiele begeistert, könnte eine Lehre als Fachinformatiker die Grundlage für viele IT-Berufe sein. Wer Produkte und Online-Shops liebt, könnte ab 1. August 2018 den brandneuen dualen Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ starten. (Quelle: https://www.bibb.de/de/pressemitteilung_73772.php)

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