zurück zu: Weintechnologin

Das Stolze Praktikum

Eltern machen Praktikum im Ausbildungsbetrieb ihres Kindes

Den Ausbildungsalltag des eigenen Kindes erleben – für die meisten Eltern ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Im Rahmen der Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ hatten sechs Mütter und Väter die Möglichkeit, in den Berufsalltag ihres Nachwuchses zu schnuppern und dessen tägliche Aufgaben selbst zu meistern. Durch das kurze Praktikum erhielten die Eltern einen Einblick, wie vielfältig und herausfordernd eine Ausbildung ist und was das eigene Kind täglich leistet. Am Ende war der Stolz der Eltern auf das Kind noch größer als vor dem Praktikumstag.

 

Medienkauffrau für einen Tag

Im BW Bildung und Wissen Verlag in Nürnberg macht Stefan Szautner eine Ausbildung zum Medienkaufmann Digital und Print – ganz zum Stolz von Mutter Gabriele. Dass der Berufsalltag des Sohnes sehr anspruchsvoll ist, merkt sie spätestens nach den ersten Aufgaben des Tages. Paketsendungen konfektionieren und Postkarten gestalten – alles unter den wachsamen Augen des Sohnes. Lob gibt es jedoch von Stefan: „Hut ab. Sie hat sich echt gut angestellt.“ Bei der anschließenden Zeugnisübergabe macht Mutter Gabriele klar, wie stolz sie auf Stefan ist: „Nach einem Tag als Praktikantin bin ich richtig stolz auf ihn. Die Vielfalt und Kreativität der Aufgaben in der Ausbildung – einfach klasse.“

Zum Videobeitrag

  

Und plötzlich ging es auf Montage

Zwar hatte Gartenbauer Hermann eine grobe Vorstellung davon, was sein Sohn Nico in der Ausbildung als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker im Betrieb Rollladen Braun tagtäglich macht – aber es selbst zu erleben, ist doch etwas anderes. Die Aufgaben bei seinem eintägigen Praktikum in Weiding in der Oberpfalz waren vielfältig: Hermann musste einen Rollladenkasten fräsen, zusammenbauen und auch gleich auf einer Baustelle montieren. Sohn Nico beobachtete seinen Vater am Bildschirm: „Mein Vater stellt sich richtig toll an. Dass er das zum ersten Mal macht, merkt man überhaupt nicht.“ Das Montieren auf der Baustelle übernahmen die beiden als Team. Dabei zeigte sich Vater Hermann beeindruckt von den Aufgaben, die sein Sohn tagtäglich meistert: „Ich bin schon sehr stolz. Besonders jetzt nach dem Praktikum weiß ich erst, wie anspruchsvoll sein Beruf ist und was er für tolle Arbeit leistet.“

Zum Videobeitrag

 

Versicherungen leichtgemacht

Im oberfränkischen Pegnitz liegt der Ausbildungsbetrieb vfm Versicherungs- & Finanzmanagement von Carolin, in dem sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen machte. Einen richtigen Berufsalltag kann sich Mutter Elke bei diesem Beruf nicht vorstellen – dies sollte das Praktikum ändern. Bei der Betreuung des Empfangs und dem Bedienen der Telefonanlage kam Elke ganz schön ins Schwitzen. Carolin, die sie dabei beobachtete, zeigte sich beeindruckt: „Fürs erste Mal hat sich meine Mutter toll geschlagen. Man muss wirklich an viele Dinge denken und sie hat schnell gelernt.“ Für die Beratung einer Krankenschwester zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ging Carolin ihrer Mutter schließlich zur Hand. Nach getaner Arbeit und mit ihrem Praktikumszeugnis in der Hand war Elke sichtlich stolz auf das Können ihrer Tochter: „Ich bin begeistert, was meine Tochter den ganzen Tag leistet. Der Beruf ist so vielfältig und Carolin hat so viel während der Ausbildung gelernt.“

Zum Videobeitrag

 

Kampf mit dem Waschbecken

Als Sekretärin in einer Grundschule hatte Mutter Gisela wenig Vorstellungen vom Alltag in Johannes´ Ausbildungsberuf: Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Darum verbrachte sie einen Tag in seinem Ausbildungsbetrieb Kohl, Wasser + Wärme im schwäbischen Bobingen. Als Gisela die verschiedenen Montageteile aus dem Lager zusammenstellte, wurde ihr klar, was Johannes für seinen Berufsalltag alles wissen muss, um ihn zu meistern. Nachdem Gisela alleine ein Waschbecken montieren musste, war sie beeindruckt von der Leistung ihres Sohns und welche Herausforderungen er jeden Tag bewältigt: „Ich bin sehr stolz auf den Johannes und wie er die vielfältigen Aufgaben meistert.“ Nach einem kleinen Malheur bei der Montage kam ihr Sohn Johannes zur Hilfe und auch er zeigte sich nach einem aufregenden Arbeitstag stolz auf die Mutter: „Sie kannte sich zwar am Anfang nicht aus, aber dafür hat sie sich richtig toll geschlagen.“

Zum Videobeitrag

 

Arbeiten auf dem Spielplatz

Frauen in Männerberufen sind heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Das findet auch Vater Hans, der mit einem Praktikum in Janas Ausbildungsbetrieb Eibe Produktion + Vertrieb im unterfränkischen Röttingen einmal in den Berufsalltag seiner Tochter schnupperte. Jana machte eine Ausbildung zur Holzmechanikerin und hatte große Hoffnungen in die Leistungen ihres Vaters: „Ich bin mir sicher, dass mein Papa das toll machen wird. Besonders die Sägen machen ihm bestimmt Spaß.“ In den ersten beiden Aufgaben lernte Hans mit einer CNC-Fräse und einer Tischfräse zu arbeiten und meisterte dies auch mit Bravour. Für die dritte Aufgabe durfte Hans seine gefertigten Bretter zusammenbauen – und es entstand eine Spielanlage für Kinder. Hans ist stolz, wie sich Jana in einem (noch) männerdominierten Beruf macht: „Ich bin richtig stolz auf Jana. Diese sehr anspruchsvolle Arbeit könnte ich nicht den ganzen Tag leisten.“

Zum Videobeitrag

 

Zwischen Jumbos und Dübeln

Die Sägespäne zu finden, die Max an seiner Arbeitskleidung mit nach Hause bringt, daran ist Andrea schon gewöhnt. Dass sie aber einmal selbst im Ausbildungsbetrieb ihres Sohnes Hand anlegen würde, damit hatte sie nicht gerechnet. In der Schreinerei Möbel und Raum im unterfränkischen Schondra erkannte Mama Andrea schnell, dass Schreiner ein fordernder, aber auch ein sehr erfüllender Ausbildungsberuf ist: "Ich bin ganz begeistert zu sehen, was Max hier alles lernt und was er schon kann." In drei Aufgaben rund um eine Kommode bewies Andrea, dass das handwerkliche Geschick auch in ihren Adern fließt. Ihr Sohnemann, der sie den Tag über beobachtete, war beeindruckt von der Leistung seiner Mutter: "Ich bin sehr froh, dass sie die Chance genutzt und dieses Praktikum absolviert hat. Nicht viele Menschen hätten dazu den Mut und sie hat sich den ganzen Tag wirklich gut angestellt."

Zum Videobeitrag

 

Das Bayerische Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern (HWK) haben die Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ ins Leben gerufen, um die Akzeptanz für die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Gesellschaft zu erhöhen und auf die Vielfalt an Ausbildungsberufen in Deutschland aufmerksam zu machen. Es muss nicht immer ein Studium sein, denn auch eine berufliche Ausbildung bietet jungen Menschen gute Karriere- und Entwicklungschancen – Sicherheit, Selbstbestimmung und Praxisbezug sind nur einige der Vorteile einer Ausbildung.