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Reportagen und Kurzgeschichten

Die Zukunft vor der Haustür

„Das passt zu mir“: Philipp Luermann wird Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik

Regensburg - Keine 500 Meter sind es von der Haustür zur Lehrstelle, weniger als fünf Minuten mit dem Rad. Doch Philipp Luermann schätzt nicht nur die Nähe zu dem Betrieb, in dem er seine Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik macht:

„Das ist genau das Richtige für mich.“

Das sieht auch seine Mutter so. „Endlich kann Philipp zeigen, was in ihm steckt“, sagt Heidi Müller. „Es macht mich stolz, wenn ich sehe, wie er sich zu einem selbstbewussten, motivierten und begabten jungen Mann entwickelt.“ Deshalb sei der 17-Jährige ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten, die die berufliche Ausbildung bietet. Und damit auch für die Kampagne „Elternstolz“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern (HWK), die sowohl Jugendliche als auch Eltern von den Vorteilen einer Lehre oder Ausbildung überzeugen will.

Dass ihr Sohn auf dem richtigen Weg ist, zeige sich schon morgens beim Aufstehen, erzählt Heidi Müller.

„Er kommt mit einem ganz anderen Elan aus dem Bett als noch zur Schulzeit. Und das, obwohl er eine Stunde früher raus muss.“ Was in ihren Augen auch daran liegt, dass er „jetzt die Wertschätzung erfährt, die ihm früher oft gefehlt hat“. Mit Lob und Anerkennung von den Ausbildern, mit guten Noten in der Berufsschule. Philipp selbst sieht es ganz pragmatisch: „Es macht jetzt einfach mehr Laune als in der Realschule. Und ich habe zum ersten Mal das Gefühl, wirklich fürs Leben zu lernen.“ Praktische Herausforderungen hat er sich schon immer gesucht: Ob daheim in der Werkstatt, wenn er den defekten Radio zerlegt hat; oder draußen im Wald, wenn es darum ging, ein Baumhaus zu bauen.

Als nach dem Schulabschluss die Frage nach einem Ausbildungsplatz im Raum stand, ging die erste Bewerbung wie selbstverständlich an die Starkstrom-Gerätebau GmbH ums Eck. „Schon als kleiner Bub hab‘ ich beim Tag der offenen Tür die Transformatoren bestaunt, die dort produziert werden“, erzählt er. „Ich konnte mir irgendwie schon immer gut vorstellen, dort einmal zu arbeiten.“ Umso größer war die Freude, als nach dem Vorstellungsgespräch die Zusage kam.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik.

Im Monatsrhythmus durchläuft Philipp Luermann sämtliche Produktionsschritte von der Wickelei bis zur Spulenfertigung. Fächer wie Steuerungs-, System- und Gerätetechnik stehen parallel in der Berufsschule auf dem Stundenplan.

„Das erste Ausbildungsjahr lief wirklich gut“, sagt der 17-Jährige. „Wenn es so weitergeht, mach‘ ich am Ende vielleicht meinen Meister oder bilde mich in anderer Weise fort.“

Der Grundstock sei jedenfalls gelegt. Und davon profitiert inzwischen die ganze Familie. „Den kaputten Mixer bekomme ich mittlerweile ohne fremde Hilfe wieder in Gang.“